Start

Trauer um den Nickenicher Ortsbürgermeister Gottfried Busch


Die Ortsgemeinde Nickenich trauert um Ortsbürgermeister Gottfried Busch, der vollkommen unerwartet am 17. Mai 2018 im Alter von 69 Jahren verstorben ist. 

 
Gottfried Busch wurde 1949 in Ebersdorf bei Coburg geboren. Dass er zur Politik kam, schien schon in seinen Genen verankert zu sein. Sein Vater war 16 Jahre Mitglied im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Ebersdorf, sein Bruder ist Landrat in Coburg und sein Schwiegervater war mehr als 20 Jahre Gemeinderatsmitglied in Nickenich und 2. Beigeordneter.

 

Seit 1976 lebte Gottfried Busch in Nickenich und gehörte seit 1989 dem Gemeinderat an. Nach dem Rücktritt von Franz Nillius wurde Gottfried Busch als Kandidat der Wirtschaftlichen Arbeiter-Vereinigung im Mai 1992 zum Bürgermeister von Nickenich gewählt. Der Diplom-Verwaltungswirt brachte sich zudem im Verbandsgemeinderat Pellenz sowie im Kreistag Mayen-Koblenz zum Wohle der Region ein.

 

„Mit außerordentlichem Pflichtbewusstsein hat Gottfried von Beginn sein Amt wahrgenommen. Bürgermeister für Alle war für ihn keine Floskel; es war sein Credo. Auch wenn er sich darüber im Klaren war, es nicht allen Recht machen zu können. Eine Kunst, die bekanntlich niemand beherrscht. Aber die Kunst zu vermitteln, auszugleichen, die Wogen zu glätten und dabei Grundwerte nicht außer Acht zu lassen, diese Kunst war ihm gegeben“, so der langjährige Weggefährte Hans Egon Schwarz, 1. Vorsitzender der Wirtschaftlichen Arbeiter-Vereinigung  und Fraktionsvorsitzender der WAV im Gemeinderat Nickenich.

 

Der 1. Ortsbeigeordnete Michael Krings, der seit 1995 im Nickenicher Gemeinderat mit Gottfried Busch zusammengearbeitet hat, hebt besonders sein großes Engagement hervor: „Es gibt viele Menschen, die sich auf ihn verlassen konnten und denen er helfen konnte. Er hat auch viele Vereine, oft durch seinen unermüdlichen persönlichen Einsatz, unterstützt.  In entscheidendem Maße hat er die Entwicklung unserer Heimatgemeinde Nickenich geprägt. Man stößt im Ort auf unzählige Projekte, die in seiner Amtszeit, oft durch ihn angestoßen, umgesetzt werden konnten. Viele Projekte die sich derzeit in der Umsetzung befinden hätte er bestimmt gerne noch zu Ende geführt. Als Beispiele seien hier die Errichtung der kommunalen Kindertagesstätte und „Wohnen im Alter“ genannt. Er wird mir als kompetenter Ratgeber fehlen. Ich bin froh, dass ich ein Stück meines Weges mit ihm in freundschaftlicher Verbundenheit gehen durfte.“

 

Sein große Engagement für Nickenich und die Pellenz hebt auch Detlev Leersch, Fraktionsvorsitzender der CDU, hervor: „Mit Gottfried Busch haben wir ein Urgestein der Kommunalpolitik verloren. In den Jahren unserer Zusammenarbeit habe ich ihn als loyalen, geradlinigen und engagierten Ortsbürgermeister kennengelernt. Er war ein Freund der Feuerwehr, die ihm immer am Herzen lag. Unsere Begegnungen waren immer freundschaftlich geprägt. Wir verlieren einen Menschen, der sich für unsere Bevölkerung in einem hohen Maße vorbildlich eingesetzt hat. Über den Tod hinaus wird Gottfried Busch bei den Menschen in guter Erinnerung bleiben. Es ist schwer vorstellbar, nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten zu können.“

 

Auch Ortsbeigeordnete Neunzig-Mosen ist zutiefst betroffen: „Mit Gottfried verliere ich einen langjährigen Weggefährten, dem ich freundschaftlich verbunden war. Die Lücke, die er hinterlässt, werde ich mit Erinnerungen an unsere Gespräche und manchmal auch langen Diskussionen füllen. Immer hat er gezeigt, dass er sein Amt mit großer Leidenschaft für die Bürger von Nickenich ausübt. Sein Einsatz war geprägt von Visionen, die er auch verwirklicht hat. Wo auch ich manchmal skeptisch war, hat er oft gezeigt, dass er richtig lag. So war er lange Zeit der Vorreiter für die touristische Entwicklung unseres Ortes. Er sagte: was uns gefällt, wird auch anderen gefallen. Und er hatte recht. Wichtig war ihm, dass Nickenich ein Ort ist, der für alle Generationen lebenswert ist. Er war mit Freude bei der Sache und hat immer betont, dass ihm dies ohne die Unterstützung seiner Familie nicht möglich gewesen wäre.“

 

Die Aufzählung seiner Verdienste um die Weiterentwicklung Nickenichs in seiner 26-jährigen Amtszeit ist an dieser Stelle nahezu unmöglich. Erwähnt sei jedoch sein überaus erfolgreiches grenzüberschreitendes Wirken auf dem Feld der Freundschaften mit den Partnergemeinden Montfort L’Amaury in Frankreich und Chmielowice in Polen, das ihm sehr am Herzen lag. Seinem Verständnis von Menschlichkeit ist es in höchstem Maße zu verdanken, dass hier persönliche Bande geschlossen wurden.

 

„Mit Gottfried Busch haben wir einen über die Parteigrenzen hinweg äußerst beliebten Bürgermeister verloren. Wir verlieren aber auch einen besonderen Menschen, den wir für seine Kompetenz, sein Engagement, seine Menschlichkeit und seine Gabe, mit Menschen zu reden und Brücken zu schlagen, mochten. Die Nachricht von seinem Tod lässt sich nur schwer begreifen. Gottfried Busch war ein geradliniger und fairer Mensch, der fehlen wird. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie“, so Klaus Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pellenz.

 

Mit Gottfried Busch hat die Ortsgemeinde Nickenich einen Bürger verloren, dem sie viel zu verdanken hat. Er hinterlässt seine Ehefrau Lydia und zwei Kinder.